Wie fing es an? Wie kamen wir auf den Hund?

Als meine Frau 1965 mit unserem Sohn schwanger war fühlte sie sich zu Hause etwas einsam. Sie hatte kurz vorher ihre Katze verloren und war Haustiere seit Kindheit gewöhnt. Da sah sie in einer Illustrierten ein Bild von einem roten English Cocker Spaniel und war  Feuer und Flamme für diese Rasse. Aber wo bekommt man so schnell einen Cocker her? Daß einen ÖJSpK gibt wußten wir damals noch nicht, Züchter war uns auch keiner bekannt. Der Zufall führte wieder einmal Regie. Der Cousin meiner Frau hörte, daß in St. Pölten ein Spanielzüchter sei und dieser gerade einen Wurf hätte. Wir forschten die Adresse aus und ich fuhr hin. Als Kind hatte ich schon einen Dackel, der mir aber von einem Tierhasser vergiftet wurde. Auch ich wünschte mir seitdem einen Hund und freute mich auch schon darauf.

Der Züchter hatte 5 entzückende rote Welpen und man sagte mir ich soll den Stärksten aussuchen. Das Geschlecht hat bei uns auch keine Rolle gespielt. Nun, es wurde nicht der stärkste Welpe des Wurfes, es wurde eine entzückende rote Hündin die sich mich ausgesucht hatte. Die Kleine kam zu mir und ging nicht mehr weg, ich konnte einfach nicht widerstehen, ich mußte sie einfach mitnehmen so lieb war die.
Es war ein kühler, regnerischer Herbsttag als ich unsere erste Cockerhündin heimbrachte. Weil es mir für die Kleine zu kalt erschien packte ich sie in meinen Pullover, stieg ins Auto und fuhr heim. Zu Hause angekommen, die Kleine war natürlich noch immer im Pullover versteckt, ging ich ins Haus wo meine Frau schon wartete. Ihre erste Frage: Wo ist der Hund? Meine Antwort: Die hatten keinen mehr! Meine Frau bekam feuchte Augen, sie hatte sich schon so darauf gefreut. Auf einmal schaute die kleine "Bessy" am Kragen des Pullovers heraus und meine Frau sah sie. Ein Lächeln überzog ihr Gesicht, sie nahm unsere Neuerwerbung an sich und die Kleine küßte sie im ganzen Gesicht. War ich froh, daß das geklappt hat.

Die kleine "Bessy von St. Pölten" so war ihr voller Name gedieh prächtig. Sie war temperamentvoll wie alle Roten, manchmal eigensinnig und stur, und wie viele Rote damals, nicht leicht zu erziehen. Auch wir mußten noch viel lernen über Hundeerziehung und Hundehaltung. Der nächste Schritt war der Beitritt zum ÖJSpK, für den uns der Züchter geworben hatte. Wir erhofften uns Information aber außer einem jährlichen Zahlschein den wir bekamen hörten wir nichts. Keine Information, kein Kontaktversuch bei einem Neumitglied wie wir das erwartet hätten. Seit der Gründung der Landesgruppen 1992 hat sich das Gott sei Dank gründlich geändert. Nachdem wir außer daß es Geld kostete nichts vom Klub hatten, trat ich nach 5 Jahren wieder aus. Auch dieser Umstand ist inzwischen anders, seit mehr als 20 Jahren bin ich wieder Mitglied und seit 3 1/2 Jahren Obmann der LG Niederösterreich/ Burgenland und setze mich dafür ein, daß die Mitglieder besser betreut werden als wir damals.

Mit unserer "Bessy" hatten wir große Freude, ich ging in einen Abrichtekurs (heute sagen wir Hundeausbildungskurs dazu) die Hündin folgte nachher auf das Wort. Unsere 2 Kinder wuchsen mit ihr auf und sie wachte sehr aufmerksam über sie. Sie war ein sehr guter Hund nur auf Fremde etwas grantig, es hielt sich aber in Grenzen und war beherrschbar. Von nun an machten wir alle Urlaube mit Spaniel. Unsere "Bessy" war in Italien, auf Elba und sonst weiß wo, sie war einfach immer dabei. Sie war der Grundstein für unsere Spanielliebe von der wir bis heute nicht mehr los kamen. 1981 verstarb sie mit 15 1/2 Jahren an Brustkrebs. Sie hatte unser Leben total verändert und wir wollten nicht mehr ohne Spaniel sein. Wie es weitergeht lesen sie bei "Unsere Hunde".