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Quelle: HP Uni Bochum
Generalisierte Progressive Retina
Atrophie (PRA) bei Hunden
und das
gPRA-Forschungsprojekt an der Molekularen Humangenetik
der
Ruhr-Universität Bochum
von Gabi Maue
Die generalisierte Progressive
Retina Atrophie (gPRA,
ein fortschreitendes Absterben der gesamten Netzhaut des Auges) ist eine
erbliche Augenerkrankung, von der viele Hunderassen betroffen sind. Sie führt
im Endstadium zur Erblindung und ist nicht behandelbar oder heilbar.
PRA wird autosomal rezessiv vererbt (bis auf Sibirian Husky und Samojede, hier
wird die PRA X-chromosomal vererbt) .
Rezessive Vererbung ( hier bzgl. der PRA)
durch Trägertiere innerhalb eines Wurfes bedeutet:
1. Es gibt freie Tiere, die von ihren
Eltern ( beide sind Trägertiere mit einem gesunden und einem defekten Gen) zwei
gesunde Gene erhalten haben.
Diese Tiere erkranken nicht und geben auch kein defektes Gen an ihre Nachkommen
weiter, wenn mit ihnen gezüchtet wird.
2. Es gibt so genannte Trägertiere,
die von den Eltern ein defektes Gen und ein gesundes Gen erhalten haben.
Diese Tiere erblinden nicht, das
vorhandene gesunde Gen erhält die Sehfunktion aufrecht.
Die Augen dieser Tiere sind bei einer tierärztlichen Augenuntersuchung unauffällig.
Sie geben aber das defekte Gen unerkannt
an einen Teil ihrer Nachkommen weiter, wenn mit ihnen gezüchtet wird.
3. Dann gibt es so genannte Merkmalträger,
die von beiden Elterntieren jeweils ein defektes Gen erhalten haben.
Diese Tiere erblinden, da sie kein
gesundes Gen zu Aufrechterhaltung der Sehfunktion besitzen.
Sie geben nur defekte Gene an alle
ihre Nachkommen weiter, wenn mit ihnen gezüchtet wird.
Der Beginn der Erblindung ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich.
( Welpenalter bis zum 3. – 5. Lebensjahr)
Bis zum Ausbruch der Erkrankung sind die Augen bei einer tierärztlichen
Augenuntersuchung unauffällig. So können diese Tiere bis zur Feststellung der
PRA-Diagnose unerkannt das PRA-auslösende Gen weiter verbreiten.
Im Moment gibt es nur für wenige Rassen direkte oder indirekte Gen-Tests, die
schon bei einem Welpen eine sichere Diagnose bzgl. der PRA zulassen.
Bei den meisten Hunderassen lässt sich erst durch das Auftreten betroffener,
d.h. blind werdender Hunde mit diagnostizierter PRA, feststellen, ob mit Trägertieren
oder sogar Merkmalträgern gezüchtet wurde.
Seit vielen Jahren suchen weltweit molekular-genetische Forschungsgruppen
nach den PRA-auslösenden Genen, um DNA-Tests für die einzelnen Hunderassen zu
entwickeln.
Erschwerend ist die Tatsache, dass sowohl das Defektgen wie auch der Gen-Ort bei
den verschiedenen Rassen unterschiedlich ist.
Seit einigen Jahren läuft ein solches PRA-Forschungsprojekt an der Abteilung für
Molekulare Humangenetik der Ruhr-Universität Bochum.
Die Wissenschaftler benötigen für ihre Arbeit das DNA-Blut betroffener
Rassehunde und wenn möglich, das Blut der Eltern, der Geschwistertiere und der
nächsten verwandten Hunde.
Im Juli 2000 gelang es Prof. Epplen mit seinem wissenschaftlichen Team, das
PRA-auslösende Gen für die Rasse der Sloughis zu isolieren.
Dieser Erfolg war möglich durch die intensive Zusammenarbeit der Züchter und
der privaten Hundehalter, die aus den betroffenen Zuchtlinien Hunde besitzen.
Das Projekt wird unterstützt von der Gesellschaft für Kynologische Forschung
und die Beteiligung an diesem Projekt ist bis auf die Blutentnahme und das
Porto kostenfrei für jeden Besitzer eines betroffenen Rassehundes.
Ich selbst bin Besitzerin eines betroffenen Hundes, der als Welpe schon erste
Anzeichen zeigte, die wir aber aus Unkenntnis um die Symptomatik der Erkrankung
nicht erkannten. PRA war bis zu diesem Zeitpunkt in dieser Rasse nicht bekannt.
Erst mit ca. 2 Jahren waren die Symptome deutlich, im Alter von 3 Jahren war der
Hund völlig erblindet.
Seit März 2000 bin ich mit dem Blut meines Hundes an dem Forschungsprojekt in
Bochum beteiligt und arbeite daran, Besitzer aus meinem Zuchtverein um Unterstützung
zu bitten. Zur Zeit läuft das Blut von 48 Hunden in den Testreihen mit.
Da mein Hund im Ausland gezüchtet wurde und seine nächsten Verwandten auch im
Ausland stehen oder schon verstorben sind, ist es nicht einfach oder sogar unmöglich,
das Blut der wirklich wichtigen Tiere für das Forschungsprojekt zu
erhalten.
Meiner Erfahrung nach sind die wenigsten Besitzer der an PRA erblindeten
Rassehunde Mitglieder eines Zuchtvereins.
Das bedeutet, dass sie oft nicht informiert sind über solche
Forschungsprojekte, die im VDH-Presseorgan „Unser Rassehund“ oder innerhalb
der Zuchtvereine publik gemacht werden.
Viele Tierärzte verschweigen leider den betroffenen Hundebesitzern die
Erblichkeit dieser Erkrankung, vor allen Dingen den rezessiven Charakter!
Hier wäre es aber äußerst wichtig, nicht nur den Züchter des Hundes zu
informieren, sondern auch den entsprechenden betreuenden Zuchtverein im VDH
(Verband für das Deutsche Hundewesen).
Im Moment ist eine Bekämpfung dieser Erberkrankung nur durch züchterische
Maßnahmen möglich, weil erst für wenige Rassen ein DNA-Test zur Verfügung
steht.
Was können Sie nun als betroffener Besitzer eines Rassehundes tun, um das
Forschungsprojekt und die Arbeit der Züchter zu unterstützen?
Lassen
Sie die Diagnose durch einen Spezialisten abklären.
Auskunft
gibt der „Dortmunder
Ophthalmologen Kreis“, DOK. Leiter Dr. Brahm, Dortmund. Zu erfragen beim
VDH.
Unterstützen
Sie das Forschungsprojekt mit Ihrer Teilnahme.
Senden Sie 5ml EDTA-Blut , eine
Kopie der Ahnentafel und eine Kopie des Befundbogens der Augenuntersuchung an
das Institut in Bochum.
Versandadresse:
Ruhr-Universität Bochum
Zu Hdn. Dipl. Biol. Gabriele Dekomien
Molekulare Humangenetik
(Prof. Dr. J.T. Epplen)
Universitätsstr. 150
D – 44801 Bochum
Für nähere Informationen :
www.ruhr-uni-bochum.de/mhg
Sie finden mehr Information über die PRA-Erkrankung, die Vererbung, das
Forschungsprojekt und die Blutentnahme.
Außerdem finden Sie eine Tabelle, auf der alle beteiligten Rassen ausgeführt
sind .
Unterstützen Sie die Arbeit der
Zuchtvereine des VDH
Informieren Sie den Züchter und den betreuenden Zuchtverein über die
PRA-Erkrankung Ihres Hundes und Ihrer Beteiligung an dem PRA-Forschungsprojekt, auch
wenn Sie nicht Mitglied sind.
Stellen Sie dem entsprechenden VDH-Verein eine Kopie der Ahnentafel Ihres Hundes
zur Verfügung, auch wenn Sie nicht Mitglied sind.
Adresse des Verbandes für das Deutsche Hundewesen(VDH):
VDH
Westfalendamm 174
D – 44141 Dortmund
Info@vdh.de
www.vdh.de
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