Die Gene, die Chromosomen und der Genort
1.
Jeder Hund hat 39 verschiedene Chromosomenpaare mit je zwei einzelnen
Chromosomensträngen (der Mensch hat nur 23!). Darauf sind die Informationen
für den ganzen Hund gespeichert. Ein Paar davon ist das Geschlechtschromosom.
Eine Eizelle bzw. Samenzelle enthält nur einen einfachen Chromosomensatz: Die
Chromosomenpaare haben sich vorher bei der Bildung der Geschlechtszelle (der
Meiose) erst wie zu einem dicken Seil oder einem mehrfach gedrehten
Reißverschluß kunstvoll der Länge nach zusammengeschnürt, sind zum Teil
verschmolzen und werden dann wieder aufgeteilt, wobei sich die einzelnen
Chromosomenstränge des Paares aus Teilen beider alten Stränge neu
zusammenfügen. Darum gibt keine Eizelle dieselbe Information weiter, sondern
jede für sich ist ein Unikum, ebenso jede Samenzelle. In der Verschmelzung und der anschließenden Trennung der einzelnen Chromosomen während der Bildung der Geschlechtszellen liegt der Kern der unendlichen Vielfalt und der Unberechenbarkeit der Schöpfung. Immer bilden sich neue Kombinationen aus den beiden Strängen, die bei der Befruchtung wieder mit dem zweiten ebenfalls auf diese Art neu gebildeten Partnerchromosom zum Paar ergänzt werden. Dabei bleiben die Gene auf jedem Strang genau dort wo sie hingehören und "rutschen" nicht höher oder niedriger. Jedes Gen hat einen nur für es bestimmten Genort, damit es immer - wie bei einem bunten Reißverschluß - seinen zugehörigen Partner findet. Bei der Bildung der Geschlechtszellen ist es, als wenn der Reißverschluß zugemacht, verdreht, wieder aufgemacht und hinterher Teile von links und von rechts die Seiten gewechselt haben, so dass keiner der Stränge so ist wie vorher, aber immer noch beide zusammenpassen.
Der Witz besteht
darin, dass beide Seiten dieses "Chromosomenreißverschlusses" unterschiedliche
Informationen für ein Gen tragen können und tatsächlich meistens auch tragen.
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